Dienstag, 27. November 2018


Hotel GOLLNER

 
 Meilensteine…

 

Größere bauliche Veränderungen sind in einer Altstadt, wie jener in Graz, alles andere als einfach. Den Verantwortlichen im Hotel GOLLNER ist jedoch genau so eine Veränderung gelungen, die sich trotzdem gut in das Gesamtbild einfügt. In der Schörgelgasse gab es eine Lücke zwischen zwei Gebäuden, die nun gefüllt wurde. Über diesen Zubau, den unsere Gäste inzwischen bereits eifrig nutzen, wurde allerdings an dieser Stelle bereits genaueres berichtet.

Einerseits ist es eine riesige Freude und Erleichterung, wenn ein Projekt dieser Größenordnung dann endlich fertiggestellt ist. Andererseits gibt es auch Anlass dazu, die architektonische Entwicklung und Geschichte des Hauses Revue passieren zu lassen. Und Geschichte(n) hat dieser ganze Gebäudekomplex wirklich reichlich zu bieten.  

Genau zu diesem Gebäude und/oder zu dem Namen „Gollner“ hat fast jeder Grazer irgendeine Assoziation. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das Gelände, auf dem sich das Hotel befindet, bereits seit 1880 (!) in bester familiärer Hand ist.

Weit über 100 Jahre Entwicklung genau wiederzugeben würde diesen Rahmen allerdings bei weitem sprengen, deshalb möchte ich hier nur über die großen „Meilensteine“ berichten:

 

1880

Noch heute ist das steinerne, sich aufbäumende Pferd unter der obersten Dachspitze ein Hinweis darauf, wie im 19. Jahrhundert eine Erfolgsgeschichte begann: nämlich als Anlaufstelle für Reiter, Kutscher und deren Pferde. Den Gasthof Schimmel, sozusagen am Eingang zur Stadt Graz gelegen, könnte man heutzutage mit modernem Vokabular als Mischung aus Tankstelle, Werkstatt und natürlich Gaststätte (oder scherzhaft kurz als „Park and Ride anno 1880“) bezeichnen. Nach einer Stärkung wurden wichtige Besorgungen erledigt und währenddessen wusste man Pferd und Kutsche bestens versorgt.

 

1900

Aus dem ersten großen Umbau entstand der Einkehrgasthof „Zum Schimmel“. Wenn die Vorfahren der Familie also nicht die damals fortschrittliche Idee gehabt hätten, den müden Reitern und Kutschern abgesehen von Verpflegung auch noch eine Übernachtungsmöglichkeit anzubieten, gäbe es heute wahrscheinlich kein Hotel GOLLNER.

 

1920

Auf Fotos aus diesem Jahr kann man bereits große Ähnlichkeiten zum Aussehen der heutigen Fassade erkennen. Das hat den Grund, dass durch weiteren Ausbau, aus dem Einkehrgasthof bereits das Hotel Schimmel wurde. Der charakteristische Eckturm wertete also nicht nur die Optik auf, sondern er bot auch zusätzlichen Raum für Gäste.

 

1961

Ohne Frage ein weiterer Meilenstein: die Neueröffnung am 21. September 1961, sozusagen die echte Geburt des Hotels GOLLNER. Aus dem funktionalen Hotel wurde, vor allem was die Einrichtung betraf, ein für damalige Verhältnisse exklusives und luxuriöses Schmuckkästchen.

 

1995

Da die 1960er-Jahre ja nicht unbedingt als Epoche großer Baukunst in die Geschichte eingehen werden, wurde die Fassade Mitte der 90er-Jahre komplett erneuert und die schönen ursprünglichen Elemente und Verzierungen wurden wieder in den Vordergrund gerückt.

 

 

2018

Hier schließen sich, zumindest zwischenzeitlich, zwei Kreise: zum einen endet die architektonische Geschichte des Hauses zumindest vorläufig, zum anderen kommt dieser Blog mit dem letzten „Meilenstein“ ebenfalls zu seinem Ende. Durch die schon am Beginn beschriebene Schließung der Baulücke in der Schörgelgasse wurde nicht nur eine optische Verbesserung erzielt, mit dem Zubau hat das Hotel GOLLNER seinen Gästen nun ein großzügiges Parkhaus, 61 Zimmer verschiedener Kategorien, mehrere Seminarräumlichkeiten und vieles mehr zu bieten.

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